Agilität:
Wie Banken ihre IT zu einem differenzierenden Merkmal im Wettbewerb machen

Die Digitalisierung sorgt dafür, dass sich die IT-Systeme auch in Banken zum entscheidenden Merkmal entwickeln, wenn es darum geht, sich vom Wettbewerb zu unterscheiden. Weil sich die technologischen Möglichkeiten inzwischen ebenso schnell ändern wie die Anforderungen der Kunden, müssen Banken in der Lage sein, zügig auf die sich verändernde Umwelt zu reagieren. Eine klassisch in Fachbereiche und IT unterteilte Struktur, in der die IT vor allem als Cost-Center betrachtet worden ist, kann diesem Ziel kaum gerecht werden. Die IT ist vielmehr ein Business-Enabler, der sich in interdisziplinär aufgestellten Teams als besonders wertvoll erweist, um für eine kurze Time-to-Market zu sorgen und Produkte zu ermöglichen, die unmittelbar am Kundenbedarf ausgerichtet sind.

Agile Entwicklung statt Software von der Stange

Die Fähigkeit, mithilfe von IT schnell und flexibel Kundenmehrwert zu generieren, ist heute das differenzierende Merkmal für Unternehmen. Die Änderungsgeschwindigkeit technologischer Möglichkeiten verschärft die Herausforderungen für Unternehmen zusätzlich. Es geht darum, begrenzte Ressourcen effizient einzusetzen und sich schnell an Marktgegebenheiten anzupassen. Das derzeitige Angebot an organisatorischen Ratschlägen zu agilen Strukturen, technologischen Hypes, die vermeintlich alle Probleme lösen, oder Plattformen, die einem alles abnehmen, ist überwältigend. Verantwortlichen fällt es schwer, die passenden Konzepte und relevanten Technologien für das jeweilige Geschäftsmodell und die konkrete fachliche Problemstellung zu finden. Senacor unterstützt seine Kunden dabei, die Weichen richtig zu stellen und sich nicht von Versprechen blenden zu lassen. Vier Beratungsaspekte liegen uns dabei am Herzen.

  1. Strategische Produktentwicklung:
    Wir verstehen das Geschäft unserer Kunden und haben eine End-to-End-Sicht auf den kompletten Produktlebenszyklus. Dabei gehen wir nach der Devise vor, die Dinge so einfach wie möglich zu machen – aber nicht einfacher –, und verschaffen dem Kunden dadurch Wettbewerbsvorteile. „Kundenspezifisch“ ist bei uns keine Floskel, sondern Senacor lässt sich gemeinsam mit den Auftraggebern an den Dimensionen Business-Value, Time-to-Market und Budget messen
  2. Agile Produktentwicklung:
    Wir glauben daran, dass man an konkreten Ergebnissen am meisten lernt. Damit das gelingt, setzen unsere interdisziplinär besetzten agilen Teams auf etablierte Methoden sowohl technisch wie auch konzeptionell, um einen schnellen Start zu gewährleisten. Mit den richtigen Dingen zu beginnen und einer schnellen Reaktionsfähigkeit im weiteren Verlauf können wir nachhaltig Mehrwert erzeugen.
  3. Technologie und Beratung:
    Wir verstehen Technologie und bleiben am Puls der Zeit, rennen aber nicht jedem neuen Technology-Hype blind hinterher. Wir wollen zuerst das Problem verstehen und evaluieren dann die passende Technologie, nicht umgekehrt. Einen Use-Case für eine neue Technologie zu finden, erweist sich dagegen fast immer als der falsche Weg.
  4. Enablement:
    Wir sind überzeugt davon, dass es keinen One-Size-fits-all-Ansatz für Agilität gibt. Uns geht es deshalb immer darum, die passenden Strukturen in den wettbewerbsrelevanten Geschäftsbereichen aufzubauen. Das agile Mindset bei den Mitarbeitern unserer Kunden zu verankern ist wichtig, damit die initial etablierten agilen Strukturen wie Zeremonien und Artefakte permanent weiterentwickelt werden können. Nur so gelingt es, Agilität nachhaltig als Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

„Agil Software zu entwickeln, heißt, sich schnell anpassen zu können“

Sophie Hummel

Sophie Hummel
Partner

Expertin Agile Liefersteuerung

Ulf Brusch

Ulf Brusch
Managing Consultant

Experte Agile Liefersteuerung

Sophie ist Expertin für agile Methoden und arbeitet bei Senacor daran mit, dieses Wissen in die Organisationen unserer Kunden zu bringen. Warum ist eine agile Lieferung so wichtig für die IT von Banken?

Sophie: Weil sich auch die Umwelt der Banken immer schneller verändert, als dass sich das noch mit herkömmlichen Planungen abbilden ließe. IT-Implementierungen sind jahrzehntelang weitgehend fixen Prozessen und monolithischen Architekturen gefolgt, die allein wegen ihrer schieren Komplexität nur in wenigen, fest vorgegebenen Release-Zyklen zu erweitern oder anzupassen waren. Damit haben die Banken sich an die vorherrschenden Anforderungen wie Stabilität und Sicherheit gehalten, allerdings zulasten der Flexibilität. Eine moderne IT-Architektur, beispielsweise basierend auf Microservices, löst diesen Widerspruch auf. Die für klassische große Bank-Releases notwendige hohe Arbeitsteilung in viele Prozessschritte sowie die kleinteilige und verteilte Lieferung von Softwarebestandteilen stellt eine unüberwindliche Hürde dar. Deshalb müssen die Banken agiler werden und ihre IT fit machen für schnelle und permanent stattfindende Veränderung.

Welche Veränderungen sind das aktuell?

Sophie: Anspruchsvollere und mobilere Kunden beispielsweise oder der vermehrte Wettbewerb durch Fintechs und Non-Banks. Zudem kommen mehr und mehr gesetzliche Vorgaben in immer kürzeren Abständen auf die Institute zu. Wer agil unterwegs ist, kann unter diesem erhöhten Druck seine Produkte und Lösungen stets den aktuellen Gegebenheiten anpassen und schnell erweitern. Das ist künftig eine der wichtigsten Fähigkeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Überfordern sich die Banken damit nicht auch? Das klingt alles sehr komplex.

Sophie: Agilität hilft nicht nur Komplexität zu reduzieren und sie zu beherrschen, sondern sie rüstet auch eine Organisation für die fachlichen und organisatorischen Herausforderungen von morgen. Heute weiß niemand, wie das Banking der Zukunft aussieht und welche Unternehmen die Finanztransaktionen der Menschen durchführen. Agile Strukturen und Vorgehen sind entscheidend dafür, die notwendige Reaktionsfähigkeit herzustellen, und sind radikal einfach. Agilität hilft in kleinen Schnellbooten zu fahren anstatt in einem schwerfälligen Tanker. Diese Flotte erweist sich als viel robuster und flexibler, denn sie baut technische und organisatorische Komplexität ab.

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Agile Software-Entwicklung: die drei Herausforderungen

Eine Organisation aufzubauen, die nachhaltig agil funktioniert, stößt früher oder später auf eine oder mehrere Herausforderungen. Wer dabei dem Prinzip des „Inspect & Adapt“ folgt, wird in der Lage sein, diese zu meistern. Entscheidend ist, das agile Mindset in der Unternehmens- und Mitarbeiterkultur konsequent zu integrieren. Kleine, aber kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen schaffen langfristig Veränderungen, die sich als Wettbewerbsvorteil auszahlen. Wenn sich ein eingespieltes agiles Team entscheidet, ohne Storypoints Komplexität von Storys zu bewerten oder den kompletten Betrieb mittels DevOps selbst zu verantworten, so begegnen diese selbstorganisierenden Teams den folgenden drei Herausforderungen ideal.

  1. Kontinuität:
    Kontinuität ist im Prozess der agilen Transformation, aber auch im laufenden IT-Entwicklungsprozess von entscheidender Bedeutung. Die höhere Produktivität und Effektivität der Organisation kommt insbesondere aus dem gemeinsam beschrittenen Weg des Lernens und einem „Shared Understanding“ in den Dimensionen Prozesse, Fachlichkeit und Technologie. Kontinuierliche Verbesserungen sind Kern der Agilität, denn sie fördert die Anpassbarkeit.
  2. Technischer Umbau:
    Ein schrittweiser Umbau monolithischer Systeme ist unerlässlich, um fachliche und technische Entkopplung herzustellen. Dies ermöglicht erstmals einen wirklich produktorientierten und inkrementellen schnelleren Release von Produkten. Auf rein organisatorischer und prozessualer Ebene lassen sich kurze Release-Zeiten und die damit einhergehenden Wettbewerbsvorteile nicht umsetzen. Nur dadurch lassen sich jedoch schnelle Anpassungen an Kundenwünsche herstellen.
  3. Skalierung:
    In dieser Herausforderung stehen viele Organisationen noch am Anfang. Ein oder zwei gut funktionierende Lieferteams in agiler Vorgehensweise übertragen dies nicht automatisch auf das gesamte Unternehmen. Beim Ressourcen- und Abhängigkeitsmanagement verfallen viele unserer Kunden wieder in alte Verhaltensmuster. Vorbild sein, Multiplikatoren entsenden und Teams die Freiheit geben, selbst für sich den optimalen Weg zu finden, ist Schlüssel für einen unternehmensweiten Erfolg von Agilität.

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